Dr. Leo van Overbeek

Zur Person

Leo van Overbeek promovierte 1997 an der Universität Leiden auf dem Gebiet der molekularen mikrobiellen Ökologie. Nach seiner Promotion arbeitete er als Postdoktorand an der Universität Wageningen, wo er die Mikrobiologie des menschlichen Gastrointestinaltrakts untersuchte. 1999 vertiefte er seine Forschung im Bereich der Pflanzenmikrobiologie bei Plant Research International. Seit 2002 ist er Senior Research Scientist an der Universität Wageningen und beschäftigt sich mit Pflanzen-Mikroben-Interaktionen.

Zum Vortrag

Donnerstag, 21.11.2024 | 09:00Uhr bis 10:00Uhr
Pflanzenschutz - Störfaktor Antibiotika - Aus der Umwelt in die Pflanze

Antibiotikaresistenzen können über Gülle und Bewässerungswasser auf Pflanzen übertragen werden. Pflanzen, die frisch verzehrt werden können, stellen ein Risiko dar. Nicht alle an der Antibiotikaresistenz beteiligten Gene stellen eine Gefahr für die Gesundheit von Mensch und Tier dar. Viele Bodenmikroorganismen produzieren Antibiotika und verfügen über Mechanismen, sich gegen ihre eigenen Antibiotika zu schützen. Die dafür verantwortlichen Gene sind im Genom verankert und stellen grundsätzlich keine Gefahr dar. Bei erhöhtem Antibiotikadruck, z.B. nach einer therapeutischen Behandlung, aber auch bei der Verfütterung von Antibiotika an Nutztiere, können die Antibiotikaresistenzgene mobilisiert werden. Das bedeutet, dass sie horizontal auf andere Arten von Mikroorganismen und damit auch auf klinisch riskante Arten übertragen werden können. Man spricht von erworbener Antibiotikaresistenz, wenn Bakterien durch Resistenzgene resistent gegenüber Antibiotika werden. Diese Gene sind besonders problematisch, da sie auch auf humanpathogene Bakterien übertragen werden und diese resistent machen können. Im Vortrag werden die Mechanismen der horizontalen Übertragung von Antibiotikaresistenzgenen sowie deren potenzieller Transfer auf und in Pflanzen diskutiert.